Engel Jana

Jana's Mutter Ramona, hat diesen Steckbrief für ihre Tochter geschrieben. Er wurde im Gemeindebrief von Pinneberg veröffentlicht!

Steckbrief

 

Das bin ich

Hallo, ich heiße Jana Wilms, bin am 17.08.2003 in Pinneberg geboren, ich kam still, aber ich bin auch geboren worden! Ich war 53cm lang und habe stolze 3710g gewogen, was meiner Mama ganz schön zu schaffen machte. Meine Eltern sind sehr, sehr stolz auf mich, sie hätten so gern von mir erzählt…

 

Was mich von Euch unterscheidet

Seht her, ich habe auch Hände und Füße! Und was ganz toll ist, ich habe auch die gleichen Sinne wie ihr. Besonders das Hören hat mich teilnehmen lassen an Eurer Welt: Mamas Stimme und wenn mein Papa mir was vorsang habe ich gern gelauscht.

Anders bin ich, weil ich erst ging, bevor ich kam, weil ich erst starb und dann geboren wurde. Ich habe mein Leben lang nur Geborgenheit, Liebe und Wärme erfahren, ich habe kein einziges Mal geweint! Ich habe leider nicht bei meinen Eltern bleiben dürfen, ich habe nur einen kleinen Zwischenstopp in ihren Armen machen können auf meiner Reise in die liebenden Arme Gottes. Aber: Ich bin in den Herzen und Gedanken meiner Eltern und werde da immer bleiben. Ihr seid für meine Eltern da und schenkt ihnen Trost, sie schätzen es übrigens sehr, dass ihr solch wun­derbare Anteilnahme zeigt. Für jede Karte, jeden Brief, jedes Gebet, jedes liebe Wort, jedes In-den-Arm-nehmen sind sie unendlich dankbar! Und was ich noch zu meinen Eltern sagen kann: Sprecht sie ruhig an, auch auf mich, sie erzählen so gern von mir! Dadurch könnt ihr ihnen vielleicht auch die Angst nehmen, dass ihr sie, mich und ihre Trauer vergessen könntet.

 

Was ich ganz besonders schön finde

Ein Pastor sagte einmal folgende Mutmachende Sätze:

Jeder ist von Gott mit seinem Namen gerufen. Dieser Name versinkt nicht einfach ins dunkle Grab herab, verwittert nicht auf dem Grabstein. Dein Name und der aller Menschenkinder bleibt in Gottes Hand geschrieben. „So spricht der Herr, der dich geschaffen hat, fürchte dich nicht, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein."

Auch das allerkleinste Kind ist kein austauschbares Rädchen im Getriebe der Welt, kein be­deutungsloser Schatten. Es ist kostbar durch die Liebe, ich, Jana, bin unendlich kostbar durch die Liebe meiner Eltern und durch Gottes Liebe. Meine Name bedeutet übrigens: Gott ist gnädig. Er ist es wirklich!

Denn vor Gott sind alle Menschen gleich, egal, wie klein sie waren und wie lange sie gelebt haben (ich habe immerhin volle neun Monate in Mamas Bauch gelebt)! Bei Gott wird das Kleine ganz groß und ist ihm gleich wichtig! Bei meiner Beerdigung wurde über mich gesagt, ich habe nicht in eure leuchtenden Augen geschaut. Nun aber sehe ich das Licht, das strahlende, wärmende Licht der Liebe Gottes. Auch ich wohne im Hause Gottes, wo viele Wohnungen sind. Gott hat auch mit mir einen Plan, ihr könnt es in den Psalmen nachle­sen, dort steht:

Schon als ich im Verborgenen Gestalt annahm, unsichtbar noch, kunstvoll gebildet im Leib meiner Mutter, da war ich dir dennoch nicht verborgen.

Als ich gerade erst Form annahm, hast du diesen Embryo schon gesehen. Alle Tage meines Lebens hast du in dein Buch geschrieben, noch bevor einer von ihnen begann! (Psalm 139,15+16)

Und in Bezug auf meine Eltern finde ich besonders schön, dass sie mich genauso lieben, wie Gott der Vater alle seine Kinder gleich liebt, so wie Eltern ihre Kinder gleich lieben! Ich bin ihr Kind, ein Teil von ihnen! Das mag in manchen Ohren vielleicht eigenartig klingen, aber die Liebe der Eltern ist nicht abhängig davon, wie lange ein Kind lebt, das habe ich erfahren dürfen! Sie quellen vor Liebe fast über, wenn sie an mich und unsere gemeinsame Zeit denken. Das macht mich richtig stolz!

 

Was meine Eltern und ihr durch mich lernen könnt

Wieder möchte ich Euch an den Worten einer Beerdigungspredigt teilhaben lassen:

In der Liebe muss der Tod seine Grenze erkennen, gegen die Liebe kommt der Tod zu spät. Auch das Grab kann die Liebe nicht töten. Liebe will Vollendung, Liebe kennt kein Ende. Liebe will Ewigkeit. Die Macht des Todes geht zu Ende – die Macht der Liebe geht weiter und baut Gottes Reich, in welchem Gerechtigkeit wohnt und Frieden; wo es kein Leid, kein Schmerz und keinen Tod mehr gibt und wir Gott schauen dürfen, wie er uns schon jetzt sieht.

Meine Eltern sind aber, genau wie ihr alle, in der Welt, wo es den Tod, das Leid und die Un­gerechtigkeit gibt. Deswegen möchte ich Euch darum bitten, meinen Eltern die Trauer um mich solange zuzu­stehen, wie sie sie brauchen. Ihr braucht dabei vielleicht viel Durchhaltevermögen, denn Trauer dauert! Sie haben sich lange auf mein Kommen und unsere gemeinsame Zukunft vorbereitet und sie brauchen länger, sich von mir zu verabschieden. Ich war es wert, so sehr geliebt zu werden und ich bin es wert, dass so viel Trau­rigkeit geblieben ist an meiner Stelle!

Meine Mama sagt immer, auch Engel müssen geboren werden und ich habe es getan…

 

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