Geburt
Nun, schon die dritte Geburt. In dieser Schwangerschaft war ich nicht so ängstlich, dass unser Sohn sterben muss, wie seine älteste Schwester. Aber ich hatte dauernd Angst, dass ich ins Spital muss, weil sich mein Muttermund öffnet. Doch das passierte nicht.
Gegen Ende, als es so gegen die 38.SSW ging, wo vor drei Jahren Mias Schicksalslinie war, wurde ich dann doch sehr unruhig und wartete oft auf die Tritte meines Sohnes. Ich konnte nicht mehr schlafen, weil ich auf ein Lebenszeichen von Ilias wartete. Auch wenn er es mir manchmal gab, war ich dann doch nicht zufrieden, weil ich dachte, es wäre mein Darm gewesen.
Beim Aufnahmegespräch im Kantonsspital Zug und bei meinem FA fragte ich deshalb nach einer frühzeitigen Einleitung nach der abgeschlossenen 37. SSW. Beide fanden dies sinnvoll. Also hat uns mein FA gerade im Spital angemeldet auf den 11. April 2006 um 7.00Uhr.
Dieses Mal war ich nervöser als noch vor Jaëls Geburt. Denn dieser Wehensturm am Ende von meiner zweiten Geburt war mir sehr genau im Gedächtnis geblieben. Schon in der Nacht von Sonntag auf Montag war ich sehr nervös und schlief nur oberflächlich. Gut, hatten wir am Montag noch so viel zu tun und ich ging auch noch zum letzten Mal arbeiten. Die Verabschiedung von meiner Gruppe war dann doch etwas seltsam, denn ich wusste ich gehe nun zum letzten Mal schwanger hier weg. Morgen um diese Zeit bin ich vielleicht schon eine glückliche dreifache Mutter?!? Die Nacht auf Dienstag war auch nicht viel besser als die davor, aber ich fühlte mich dann doch ausgeruht und tigerte bis es Zeit war, in unserer Wohnung herum. Mein Mann und ich hatten noch etwas Stress, denn vor lauter Ungeduld über seine neuen Felgen, hat er sich diese mitsamt Sommerpneus schon montieren lassen UND es schneite draussen wie verrückt! Mitte April!! Gut, so können wir Ilias immer etwas Spezielles berichten von seiner Geburt.
Um kurz nach 7.00Uhr klingelten wir also im Gebärsaal und wir wurden ins Stüblizimmer gebracht, wo zuerst ein CTG geschrieben wurde. Ilias geht es gut. Der Tropf wurde gelegt und mein Muttermund untersucht. Der war weich und fingerdurchlässig, also gab es keine Scheidentablette, sondern direkt die Dröhnung aus dem Tropf. Wir wurden verlegt in ein Gebärzimmer und wir bekamen Raum 3. Witzig dabei ist, dass wir bei Mia in Raum 2 geboren haben und bei Jaël in Raum 1. Das Kantonspital Zug hat drei Gebärräume also somit haben wir alle einmal durchJ Ich lag nun etwas auf dem Bett und wartete auf die ersten Wehen. Sascha döste etwas auf der Matte unter dem Mayahocker. Wieder Zeit für ein CTG und Muttermundkontrolle. Dieser war nun dehnbar auf 2-3cm, aber das Köpfchen war etwas weiter nach oben gerutscht und wir sollten nun etwas rummarschieren gehen, damit es mehr Druck gebe. Wir also losgelaufen und das war gar nicht so einfach mit dem Tropfständer. Draussen schneeregnete es und somit war dieser Weg uns versperrt. Also lernen wir das KH von innen kennen. Irgendwann sind wir an einer Treppe stehen geblieben und ich lief hoch und runter, während sich Sascha auf einem Stuhl bequem machte. Nach dem Mittagessen war der Muttermund bei ca. 5cm dehnbar und die Hebamme fragte mich, ob sie nun die Fruchtblase sprengen solle. Davor hatte ich dann doch Schiss, denn eben die Sprengung der Fruchtblase hatte bei Jaël den Wehensturm ausgelöst. Ich sagte ihr, dass ich noch etwas laufen wolle und dann die Fruchtblase „geholt“ werden könne. Mensch, war da viel Fruchtwasser drin. Ich hatte schon Angst, Ilias läge nun auf dem Trockenen, denn da ist bestimmt alles gekommen. Das Fruchtwasser war aber klar und das ist ja schon mal sehr gut.
Es kam kein Wehensturm, im Gegenteil. Ich musste auf Wehen warten. Wir wechselten vom Bett auf den Mayahocker, damit die Schwerkraft hilft, aber auch da kamen nur unregelmässige und zu kurze Wehen. Der Wehentropf wurde also wieder aktiviert und immer höher eingestellt, aber die Wehen blieben harmlos. Nur Ilias reagierte negativ. Er hatte zwischenzeitlich einen Puls von 180 und er wollte und wollte nicht runter gehen L. Die Hebamme entschied sich für einen Stellungswechsel wieder zurück ins Bett. Sie dachte im Übrigen dass unser Sohn auf jeden Fall noch in ihrer Schicht komme, weil er ja von Anfang an so vorwärts machte, aber er liess auf sich warten.
Im Bett wurde Ilias dann ruhiger und die Wehen dafür stärker. Es war nun schon 15.00Uhr, eigentlich Schichtwechsel, aber die Hebamme blieb bei uns. Sie wolle ihn noch sehen, meinte sie, und es dauere nicht mehr lange. Sie untersuchte wiederum meinen Muttermund und meinte, dass er vorne total offen wäre, aber hinten gäbe es einfach noch einen Rand, und sie versuche diesen wegzumassieren und runterzudrücken, während der nächsten Wehe. Ich solle doch mal pressen. Ich tat dies gerne und wir versuchten so einige Wehen lang, Ilias über diesen Rand zu bewegen, aber es ging nicht. Wieder reagierte unser Sohn mit Stress, was sich im CTG zeigte. Es war inzwischen schon nach halb vier und die Hebamme musste nun doch ihre Ablösung holen gehen. Ich solle inzwischen die Wehen nur veratmen. Die Wehen waren schon seit 15.00Uhr wirklich alles andere als harmlos aber ich dachte mir bei jeder: „Eine Weniger und ich muss ja NIE mehr gebären!“ Die Vertretung kam um uns zu begrüssen, sie untersuchte mich und meinte dann plötzlich, noch zwei Wehen und dann ist er da! Ich dachte mich verhört zu haben, denn ich ging davon aus, dass es noch dauern würde. Doch Sascha neben mir strahlte wie ein Honigkuchenpferd. Ich dachte dann nur, her mit den Wehen, ich will, dass es vorbei ist und ich ihn halten darf.
Beide Hebammen blieben nun im Raum. Ich presste noch mal was meine Kraft hergab und spürte dann einen Ruck und dann, wie Ilias den Geburtskanal ausfüllte. Er raste auch richtig durch den Kanal und schon hörte ich die Hebamme sagen, dass der Kopf da wäre. Der Rest auch bald dachte ich da und presste wieder. Dann gab es einen erlösenden Plopp und er lag da und weinte.
Es war 15.53Uhr, Sascha war auch den Tränen nah und ich schaute hinunter auf Ilias. Die Hebamme meinte, ich solle ihn holen, aber ich konnte ihn nur bis zu meinem Bauchnabel hochnehmen, denn die Nabelschnur war so kurz. Sascha durfte ihn dann Abnabeln und ich ihn endlich in meine Arme schliessen. Diesmal kein Gefühlschaos nur Freude und Stolz. Aber dennoch war ich fest davon überzeugt, das dies meine letzte Geburt sei und ich genoss diese Momente mit Sascha und Ilias gleich doppelt, damit ich mich immer an dieses Gefühl erinnern kann …
Ilias wog 3520g und mass 51cm Dieses Mal hatte ich keinen Riss, keine Schürfung nichts. Sascha badete Ilias und ich ging später duschen. Wir wurden verlegt zurück ins Stübli und meine Familie und Tobias kamen zu Besuch. Jaël war dieser neue Erdenbürger noch etwas suspekt und begrüsste ihn nur zaghaft. Seine Nase fand sie toll und zeigte wie wild darauf und drückte sie ihm beim Zeigen, wo denn die Nase sei, fast ein. Sechs Stunden nach der Geburt verliessen wir das Krankenhaus mit Ilias im MaxiCosi …
Bald darauf sollten wir wieder zurückkehren, hier könnt ihr nachlesen warum: